Frage drei.
Wie verlernen wir sie nicht? Kreativität verhält sich wie eine Sprache: Wer sie nicht spricht, verliert sie. Das Fö N_Podium #2 »Wie Zukunft lernen?« suchte deshalb unter der Moderation von Ivona Jelčić nach einem zukünftigen Bildungssystem. Auf dem Podium diskutierten die bekannte Kulturwissenschafterin und Autorin Mirjam Zadoff, die Schulleiterin Ulrike Schmidt-Zachl, der Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Tirol Gregor Örley, die Leiterin der Kunst- und Architekturschule Monika Abendstein sowie der Illustrator Lukas Kummer. Die Szenen aus seiner Graphic Novel »Die Ursache«, die Thomas Bernhards Jugenderinnerung an Gymnasium und Internat eindrücklich in Bilder übersetzte und die von der Schauspielerin Eva Maria Gintsberg gelesen wurden, schafften einen Rahmen für die von allen getragene Forderung nach einem Bildungssystem, das kreative menschliche »Originale« entlassen soll statt bloßer »Absolvent*innen«.
Geübt wurde währenddessen mit Händen und Füßen. Die Kunst- und Architekturschule bilding baute mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Freiräume. In der Buchbinderei Sanders in der Neurauthgasse lernten sich beim »Material-Speed-Dating« Menschen, Papier und Stoff neu kennen. Die Matsch-Küche arbeitete im Kollektiv und vor allem mit Ton. Ein Film-Lab übte die richtige Frage im richtigen Moment, ein Improvisations-Workshop mit Oliver Som das Handeln ohne Plan, und Empatic fragte, wie Unternehmen dem Unerwarteten Platz machen. Selbst beim Copywriting-Workshop »Am Anfang war der Prompt« von TreffPunktText und im KI Café der Fachgruppe Werbung ging es letztlich um Handwerk, Haltung und eigenes Urteil.
Andere öffneten ihre Türen: die Glockengießerei Grassmayr ihre Werkstatt und damit Jahrhunderte an Erfahrung, das Tiroler Landestheater seine sonst verborgenen Gewerke. Markus Weithas las beim Typowalk die Schriften Wiltens, eine Exkursion erkundete die Kulturorte am Stadtrand Süd, und ein Rundgang fragte nach der Zukunft von St. Bartlmä selbst.